Zwei Mal in der Woche kamen die Buchholzer im Gesellschaftshaus Buchholz an der Berliner Straße in den Genuss von Stummfilmabenden – bis 1926 ein neuer Konkurrent auf den Plan trat: Der Filmpalast Buchholz eröffnete nur 350 Meter entfernt und besiegelte das Ende für das ältere Saalkino. Berlin hatte bereits mehrere Kinowellen erlebt: Die Zeit der „Floh-„ oder „Handtuchkinos“ um die Jahrhundertwende, die Ära der ersten großen Lichtspielpaläste mit opulent ausgestatteten Kinos in der Innenstadt – wie dem Admiralspalast an der Friedrichstraße – und die Zeit der vielen Neugründungen, als nach dem Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik die Sehnsucht nach Eskapismus die Menschen in die Filmtheater trieb. Doch in den 1930er-Jahren schlug die Zuschauergunst endgültig in Richtung vertonter Kinofilme um: Klassiker wie „Die drei von der Tankstelle“ mit Lilian Harvey, Willy Fritsch und Heinz Rühmann und „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich und Emil Jannings und „Die Dreigroschenoper“ von Georg Wilhelm Papst begeisterten das Publikum und verdrängten Stummfilmproduktionen an der Kinokasse auf die hinteren Plätze.
Author: Kerstin Heinrich
Published at: 2026-02-11 12:33:30
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