Der russisch-georgische Krieg markierte einen Wendepunkt: Russland war ab sofort bereit, seinen Machtanspruch in der Nachbarschaft mit militärischen Mitteln durchzusetzen – ganz so, wie Wladimir Putin es mehr als ein Jahr zuvor in seiner denkwürdigen Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz hatte anklingen lassen. Zweitens setzte der Kreml seit Mitte der Nullerjahre mit seiner Soft-Power-Strategie des „Russkij Mir“ (Russische Welt) auf politische Patronanz, kulturelle Bindung und ideologische Beeinflussung der sogenannten russischen „Landsleute“, obwohl diese in den meisten Fällen (noch) eine andere Staatsbürgerschaft besaßen. Nicht mehr der russische Freischärler, der Anfang der 1990er im Südkaukasus die georgische Staatlichkeit geschwächt hat, vertritt jetzt die machtpolitischen Interessen des Kreml, sondern der professionelle russische Soldat.
Author: Jutta Sommerbauer
Published at: 2026-01-10 09:51:15
Still want to read the full version? Full article