Warum man sich an die neuen Möbel im Wiener Musikverein schmiegen kann [premium]

Warum man sich an die neuen Möbel im Wiener Musikverein schmiegen kann [premium]


Der Anlass war denkbar klein, das Resultat ist ein multifunktionales Möbel mit der Mechanik von der Präzision eines Schweizer Uhrwerks in einer Ästhetik, die zwischen ­Luxuskarosserie und Stradivari schwankt. Nach dem Krieg wurden Schäden beseitigt, das Dach neu gedeckt, in den 1950ern die Bestuhlung erneuert, die Vergoldung überarbeitet, 1960 die Seiten- und Mittelbalkone, 1963 der Südflügel angehoben, 1973 Heizung und Brandschutz modernisiert. Der Mechanismus dafür wurde exklusiv im Büro ent­wickelt, jedes Pult kann zwei Kassa-Arbeitsplätze zum Ticketverkauf aufnehmen, das geräumige Innere bietet viel Stauraum, die Liebe zum Detail ist außergewöhnlich: die Öffnungen der Schranktüren sind als stilisierte, eingefräste Notenschlüssel, die Heizkörperverkleidung als formschöne, gebauchte – natürlich goldene – Paneele gestaltet.

Author: Isabella Marboe


Published at: 2026-02-18 19:06:37

Still want to read the full version? Full article