Wandern in Jordanien: Die Entdeckung der Langsamkeit [premium]

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Wenn sich in der Ferne langsam Teile der Säulen des Schatzhauses von Petra zwischen den 200 Meter hohen Felsen abzeichnen, man immer mehr davon sieht und man schließlich durch den engen Canyon auf den großen Platz tritt, um dann plötzlich vor der weltbekannten, aus dem Felsen geschlagenen Fassade der Schatzkammer zu stehen. In der Ferne sieht man im rosaroten Fels die königlichen Gräber mit ihren kunstvollen Fassaden und aufwendigen Verzierungen, man kommt an einem ehemaligen Theater für 1000 Menschen vorbei, geht durch das Wadi Musa – angeblich hat Moses hier mit einem Schlag auf den Felsen eine Wasserquelle zum Sprudeln gebracht, um das Volk Israel bei seinem Exodus aus Ägypten mit Trinkwasser zu versorgen –, erst dann betritt man den Platz vor dem Schatzhaus. Nie hätten wir die Fossilien gefunden, die im Biosphärenreservat Dana zuhauf liegen; nie hätten wir die deutsch-brasilianische Familie mit der entzückenden dreijährigen Tochter kennengelernt, die seit fünf Jahren auf Weltreise unterwegs ist; wir hätten nicht unter einem (übrigens gefährlich aussehenden) Felsen zu Mittag gegessen und wir hätten auch nie am Straßenrand eine Vorführung von einem Beduinen bekommen, der seinen Esel besser abgerichtet hat als viele ihren Hund.

Author: Norbert Rief


Published at: 2026-01-24 10:24:56

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