USA und Grönland: Stimmt es eigentlich, dass Grönland einmal zu den USA gehörte?

USA und Grönland: Stimmt es eigentlich, dass Grönland einmal zu den USA gehörte?


Der rechtliche Status Grönlands änderte sich erst mit dem Ende der Kolonialzeit in den 1950er-Jahren, als die Insel zunächst als Provinz in das dänische Königreich eingegliedert wurde und über die folgenden Jahrzehnte schrittweise autonome Rechte erhielt. Während man in Kopenhagen davon ausging, dass das – rechtlich ohnehin auf wackeligen Beinen stehende – Abkommen mit der Befreiung 1945 automatisch nichtig geworden sei, interpretierte man den entscheidenden Artikel in Washington, D. C. anders: Die Formulierung, dass das Abkommen so lange in Kraft bleibe, "bis Einigkeit darüber besteht, dass die derzeitigen Bedrohungen beendet" seien, sah man als Grundlage für eine weitere Stationierung von Truppen auf Grönland – schließlich folgte auf die Bedrohung durch Nazi-Deutschland jene durch die Sowjetunion. Diese neuere Vereinbarung über die Verteidigung Grönlands bildet bis heute die rechtliche Basis für die US-Militärpräsenz auf der Insel – und auch sie bestätigt explizit das Souveränitätsrecht Dänemarks über Grönland.

Author: DIE ZEIT: Ausland - Isabelle Daniel, Timo Lenzen


Published at: 2026-01-28 18:30:47

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