Dass die Ukraine bis heute dem Angriff des deutlich größeren und stärker bewaffneten Russlands standhält und wirtschaftlich nicht am Abgrund steht, hat laut Ökonomin Elina Ribakowa mit den Reformen zu tun, die das Land seit der Annexion der Halbinsel Krim 2014 unternommen habe: Entscheidend seien „erhebliche Verbesserungen im makroökonomischen Management und die gestärkte Integration mit dem Westen“, meint die aus Lettland gebürtige Wirtschaftsexpertin, die als Vizepräsidentin für Außenpolitik an der Kyiv School of Economics (KSE) arbeitet. „Im Krieg geht es nicht nur um einen militärischen Angriff, sondern auch um die Fähigkeit, massive makroökonomische Schocks zu bewältigen“, zählt Ribakova die Herausforderungen auf: „Die Zerstörung der Infrastruktur, den Zusammenbruch der Exporte, Einnahmeverluste, Bevölkerungsverschiebungen, Störungen des Arbeitsmarktes, den Rückgang ausländischer Investitionen und extreme Unsicherheit.“ Der NBU sei es gelungen, die Arbeit der Banken aufrechtzuerhalten, die Inflation in den Griff zu bekommen und die Landeswährung Hrywnja stabil zu halten. Das ist eine große wirtschaftliche und auch geopolitische Stärke und sicherheitspolitische Ressource.“ Ein „perfekter Plan“ sei: „Europäische Unternehmen investieren in der Ukraine, verarbeiten dort Agrarrohstoffe und wir exportieren sie gemeinsam nach Asien und Afrika.“ Auch sieht er große Chancen für eine Kooperation zum Ausbau der Produktion von Biogas in der Ukraine – für europäische Kunden.
Author: unserem Korrespondenten Mathias Brüggmann
Published at: 2026-02-21 09:52:58
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