Jede um Realismus statt Gesundbeterei bemühte Analyse muss zu dem Schluss kommen, dass die kollektiven Verpflichtungen im Ernst-, sprich Kriegsfall, in Frage gestellt sind, weil sich die US-Regierung daran nicht gebunden fühlen muss.Sicherheitsgarantien außerhalb der NATODonald Trumps verbale Abrechnung mit dem Bündnis bei seiner Rede in Davos klang so, als seien die USA kein Mitglied mehr, sondern hätten es mit einem Geschäftspartner zu tun, der sie düpiert und schamlos ausnutzt. Sich darauf einzulassen, käme für das Europa der Ukraine-Willigen dem Eingeständnis gleich, dass es eben doch das Sicherheitsgefälle zwischen einer osterweiterten NATO und Russland war, das den Konflikt um die Ukraine auf die Spitze trieb, und der Revision bedarf.Eine russische und eine US-amerikanische Interessensphäre in der Ukraine?Europa ist nicht gewillt, hier russische Erwartungen zu erfüllen, und die USA unter Donald Trump sind nicht bereit, für ein neues Sicherheitsgefüge in Europa Verpflichtungen einzugehen. Das Höchste der Gefühle wäre ein vertraglich verankerter Interessenausgleich zwischen Moskau und Washington über die Nachkriegs-Ukraine, der Territorialfragen einschließt – womöglich eine Aufteilung des Landes in eine amerikanische und eine russische Interessensphäre.Auch wenn Donald Trump in Davos erklärt hat, er wisse es sehr zu schätzen, dass ein wunderbar großer Ozean zwischen den USA und dem Europa des Ukraine-Krieges liegt.
Author: Lutz Herden
Published at: 2026-01-24 10:05:00
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