Der ebenfalls 90jährige Herbert aus einem Dorf bei Wien, der, nachdem der Vater an die Front musste und die Mutter bei der Geburt des Geschwisterkindes gestorben war, mit vier Jahren bei einer Pflegefamilie für seinen Unterhalt arbeiten musste und später Zeuge der Erschießung von Deserteuren wurde, hat gelernt, dass Arbeit alles ist und dass man nie aufmucken darf. Es war das erste Mal, dass wir Angst hatten zu sterben, Mama.«) ein thematisch passender und doch unvermittelter Bruch ins Dokumentarische, der die Handlung bis zur Pause unterbricht: Christa, Walter, Anneliese, Harald, Lissy und Dieter, später mit Standing Ovations für ihre bedrückenden, sehr persönlichen Schilderungen geehrt, haben als damals 3- bis 10jährige die Bombennächte der »Operation Gomorrha« miterlebt. Marione, das jüdische Mädchen, das heute in den USA lebt und daher nur per Audioaufnahme dabei ist, das Kind, das nicht einmal in den Bunker gelassen und selbst einer Kirche verwiesen wurde, und trotzdem ausgerechnet durch diesen Feuersturm vor der Deportation am nächsten Tag gerettet wurde, spricht für alle: »I am a pacifist and an activist for peace and justice because of that experience.«
Author: Eileen Heerdegen
Published at: 2025-12-17 18:37:40
Still want to read the full version? Full article