Staatsoper: Das soll reichen für Mozarts „Idomeneo“? [premium]

Staatsoper: Das soll reichen für Mozarts „Idomeneo“? [premium]


25 Jahre alt war er, als er in München diesen Geniestreich herausbrachte, der wohl mit der französischen Tragédie lyrique mehr zu tun hat als mit der italienischen Opera seria, der Sprache zum Trotz. Althergebracht vom Sujet und mit Echos barocker Pracht gespickt, nützt Mozart das Libretto, um erstmals das daraus zu machen, was er viel später eine „vera opera“ nennen wird: eine echte Oper nach eigenem Zuschnitt, in der Menschen emotional wahrhaftig aufeinander reagieren – und die Form sich dem Inhalt anpasst, nicht umgekehrt. Auf eine Spirale der Inspiration, entlang derer sich Graben und Bühne wechselseitig in die Höhe schrauben würden, wartete man diesmal vergebens, zumal die meisten Neuzugänge im Ensemble ziemlich zu fremdeln schienen auf Mia Stensgaards abstrakter Bühne zwischen „Game of Thrones“-Landkarte, Rahmen und Spiegeln.

Author: Walter Weidringer


Published at: 2026-01-18 08:42:13

Still want to read the full version? Full article