So sah die erste „Friedensweihnacht“ in Deutschland aus

So sah die erste „Friedensweihnacht“ in Deutschland aus


Beispielsweise in Hamburg durften Normalverbraucher über 18 Jahre auf die Lebensmittelkarte in der Zuteilungsperiode vom 9. Dezember 1945 bis 10. Januar 1946 für genau zehn Kilogramm Brot kaufen, dazu 600 Gramm Fleisch oder Fleischprodukte, 325 Gramm Butter und 75 Gramm Margarine, zwei Kilogramm Nährmittel wie Kartoffeln oder Steckrüben, ein Pfund Zucker, ein halbes Pfund Marmelade, exakt 62,5 Gramm Käse, ein halbes Pfund Kaffee-Ersatz und ein Viertelpfund Speisequark. „Nur zögernd gehen die Gedanken zurück", leitete er seine Erinnerung an den Heiligen Abend 1941 ein, den er als Sanitäter der Wehrmacht mit seinen Kameraden im Schnee und Eis vor Moskau erleben musste: „In den Gräben und Löchern hockten sie, und wenn sie sich ansahen, weinten sie wie verlassene Kinder.“ Und an den Dezember 1944. Wie haben wir uns in all den Jahren mit jeder Faser nach der ersten Weihnacht im Frieden gesehnt!“ Doch das reichte ihm nicht: „Kein wirklicher Christ kann sich mit dem erschütternden Kontrast zwischen der Liebe und dem Frieden der Christnacht und dem Rasen der Kriegsfurie zufriedengeben“, schrieb er: „Wer nicht aufs Schwerste unter diesem Kontrast gelitten hat, hat nicht wahrhaft an der Krippe gekniet.“ An diesem Montag bestand die „Neue Zeit“ aus fünf Seiten zuzüglich einer Seite Inserate, unter anderem seltsamerweise für Versicherungen („mit behördlicher Genehmigung“), Ärzte sowie die bereits zahlreichen wieder betriebenen Bühnen und Kinos.

Author: Antonia Kleikamp


Published at: 2025-12-24 07:12:27

Still want to read the full version? Full article