Silvester im „Niemandsland“

Silvester im „Niemandsland“


Er zieht aus einer Umhängetasche ein Päckchen Kekse und eine Flasche: „Echter Wodka, hab’ ich extra für heute Abend aufgespart.“ Er nimmt einen Schluck und gibt die Flasche der Mutter, die zögert. Schau ich dann ins Tal hernieder, wo vor einer Tür ein Mädchen steht …“ Edmund kennt das Lied von seinen Ausflügen mit dem Jungvolk, singt aus voller Kehle: „Mein Schlesierland, mein Heimatland … wir sehn uns wieder, mein Schlesierland, wir sehn uns wieder am Oderstrand …“ Der Soldat singt: „Liebes Mädchen, lass das Weinen sein, wenn die Rosen wieder blühen, ja dann kehr ich wieder bei dir ein.“ Er hat eine schöne Tenorstimme. Aber ich kehr nicht nach Schlesien heim, ich komme aus der Gegend von Mainz, wir sind Weinbauern.“ Er zeigt auf sein hochgeschlagenes, mit einer Sicherheitsnadel befestigtes Hosenbein: „Mal sehen, vielleicht bekomme ich eine gute Prothese, mit der ich in den Weinberg steigen kann.“

Author: Redaktion


Published at: 2025-12-31 14:00:48

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