Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan und der deutsche Osteuropahistoriker Karl Schlögel, auf einem Podium in Berlin: Unter dem Motto „Seit Jahren reden wir über den Krieg …“ kamen sie am Donnerstag in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin zusammen – um auch da wieder über den Krieg zu reden. Passenderweise hatte Kateryna Stetsevych von der Bundeszentrale für politische Bildung ihre Moderation der ausgebuchten Veranstaltung damit begonnen, die vielen Gemeinsamkeiten der beiden Gäste aufzulisten, die trotz der offenkundigen äußerlichen Unterschiede bestehen: Beide sind sie auf dem Land aufgewachsen, dann zum Studium in Metropolen gezogen. Selbstverständlich sei das schmerzhaft, all die zerstörten Gebäude anzusehen, erwiderte Zhadan da, er verstehe Charkiw aber nach der Gewalt des 20. Jahrhunderts – der Zerstörung von Kirchen durch die Bolschiwiki, der zweimaligen deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg – und mit dem jetzigen Krieg als ein „Palimpsest der Vernichtung“.
Author: Yelizaveta Landenberger
Published at: 2026-02-21 18:05:44
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