Der Chronist des ukrainischen Schachs, Großmeister Adrian Mihalčišin, hatte darauf hingewiesen, dass zahlreiche Schachvereine zerstört und neben anderen Sportlern auch viele Schachspieler, darunter die Großmeister Timoschenko und Kowalenko, an die Front gegangen seien – etliche von ihnen mussten dies mit ihrem Leben bezahlen. Doch dann dies: Bei der Europamannschaftsmeisterschaft im georgischen Batumi eroberten nicht nur die ukrainischen Frauen hinter Polen und vor einem gut aufspielenden Deutschland die Silbermedaille, die Männer wurden sogar völlig überraschend vor Aserbaidschan, Serbien und Deutschland (deren Männer mit einem überragenden Vincent Keymer am Spitzenbrett waren sogar Favoriten) Europameister. Und so konnten denn bei der Siegerehrung auf der Bühne die beiden Teams, in die ukrainischen Flaggen gehüllt, lauthals die Nationalhymne singen und mit stolzgeschwellter Brust rufen: "Slawa Ukrajini" ("Ruhm der Ukraine").
Author: DIE ZEIT: Spiele - Helmut Pfleger
Published at: 2025-12-22 15:46:49
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