An ihnen wird verhandelt, als was die israelische Gesellschaft den Krieg verstehen soll – und auch, in welcher Phase Netanjahu den jüdischen Staat heute sieht, mehr als zwei Jahre nach dem Terrorangriff: nämlich mitten in der Wiedergeburt. Die Jerusalemer Soziologieprofessorin Vered Vinitzky-Seroussi, die über Erinnerungskulturen forscht, sah darin das Bestreben Netanjahus, "alles, was dem Krieg vorausging, auszulöschen und sich als der darzustellen, der eine neue Welt erschafft und uns vor dem Tohuwabohu rettet". Am prägnantesten in der sich auf den Holocaust beziehenden Formel "Von Schoa zu Tkuma", die nach der Staatsgründung zu einem der Grundpfeiler des israelischen Selbstverständnisses wurde.
Author: DIE ZEIT: Politik - Joseph Croitoru
Published at: 2026-02-11 15:56:20
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