Protestforscher Peter Ullrich über Linke: „Zwischentöne zu Nahost haben es aktuell schwer“

Protestforscher Peter Ullrich über Linke: „Zwischentöne zu Nahost haben es aktuell schwer“


Der Einfluss der Strömung hat aber in der ganzen Linken tiefe Spuren hinterlassen.Trotzdem wurde es irgendwann in der Linken ruhiger um antideutsche Positionen – und generell um den Nahostkonflikt, oder?Nach dem Niedergang der sogenannten Globalisierungskritik hat die gesellschaftliche Linke generell an Einfluss verloren. Zum anderen gibt es eine große palästinensische Diaspora in Deutschland, die hier als Betroffene sehr präsent sind.Inwiefern finden auch bei diesen traditionslinken oder antiimperialistischen Gruppen Identifikationen im Nahostkonflikt statt?Der Nahostkonflikt war für solche Gruppen seit den 60er Jahren ganz wichtig: im Kontext der Annäherung des deutschen Mainstreams – vor allem der Springer-Presse – an Israel, im Kontext des Vietnamkriegs angesichts der Annäherung zwischen Israel und den USA, im Kontext der entstehenden internationalistischen Zusammenarbeit mit palästinensischen Gruppen und der linken Orientierung auf nationale Befreiungsbewegungen. Die Haltung der Partei wird aktuell ausgekämpft und über den Ausgang entscheiden nicht nur die Zahlen.Was steht aus Ihrer Sicht aktuell einer solidarischen, selbstkritischen und zugleich handlungsfähigen linken Position im WegZuallererst die pro-israelische Staatsräson mit ihren ganzen Bekenntniszwängen – ganz sicher aber auch die radikalen Identifizierungen verschiedenster Richtungen und die damit einhergehenden Verkürzungen.

Author: Gereon Haas


Published at: 2026-01-31 13:00:00

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