Für die Abschottung der Ex-TV-Moderatorin, die der slowakischen Gegenwartskunst den Krieg erklärte, wäre jedenfalls alles vorbereitet gewesen: Die Politikerreden fanden nur für geladene „VIP-Gäste“ hoch oben auf der Burg des mittelalterlichen Oligarchen Matthäus Csák auf dem Felsen über der Altstadt statt. Der jetzige heißt Stanislav Krajči, ist relativ jung, selbst bildender Künstler und verstand es geschickt, verschiedenste Bedürfnisse zu bedienen: Von der Verkostung regionaler Produkte in Trachten im kommunistischen Brutalismus-Militär-Gebäude über einen Shop für nachhaltige Recycle-Mode im Zentrum der ehemaligen Textilindustrie-Stadt bis hin zu einer Diskussion bekannter Oppositioneller aus der Kultur wie Schriftsteller Michal Hvorecký, gegen den die Kulturministerin Klage einreichte, weil er sie „neofaschistisch“ nannte, oder dem von ihr als erster entlassenen Kulturmanager Matej Drlička, einst Direktor des Nationaltheaters. Lasst alle herein, lautet dagegen das Motto der überraschend großen Synagoge der Stadt, die sich locker zwischen den zwei großen katholischen Kirchen behaupten kann (in einer fand am Sonntag die Festmesse mit dem slowakischen Bischof Islands statt): Trenčín hatte vor dem Zweiten Weltkrieg eine große jüdische Gemeinde.
Author: Almuth Spiegler
Published at: 2026-02-15 16:04:57
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