„Das macht mir Sorgen.“ Der Rüstungskontroll-Experte Ulrich Kühn von der Universität Hamburg meint: „Es ist eine Zäsur, die sehr schwer wiegt.“ Die Rüstungsspirale werde bald in Gang kommen, wenn auch langsamer als im Kalten Krieg, sagt Kühn unserer Redaktion. Das Problem aus Sicht Amerikas beschreibt Rüstungskontroll-Forscher Kühn so: „Die USA fürchten, dass sie es mit den strategischen Atomraketen von zwei miteinander befreundeten Atommächten – China und Russland – zu tun haben werden.“ Zwei gegen einen: Das ist im Kalkül der Atomstrategen mit ihren Erst- und Zweitschlagsszenarien eine völlig neue, bedrohliche Lage. Kühn, der am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg den Forschungsbereich Rüstungskontrolle leitet, sagt voraus: „Die USA werden versuchen, die Zahl ihrer bisher auf 1550 begrenzten, einsatzbereiten Atomsprengköpfe zu erhöhen – Schätzungen in den USA gehen von einem Zuwachs auf 2200 oder 2400 aus.“ Zu erwarten sei dann, dass Russland darauf reagiere und sich China in seinen Aufrüstungsplänen bestätigt sehen dürfte.
Author: Christian Kerl
Published at: 2026-02-03 12:16:40
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