Der ehemalige SPD-Chef zeigt sich im BILD-Talk zutiefst beeindruckt vom Auftreten und dem Durchhaltevermögen des Ukraine-Präsidenten: „Ich habe Riesenrespekt vor ihm, denn was er da in den letzten Jahren geleistet hat, mitten im Krieg, selbst in gefährlichen, lebensgefährlichen Situationen, sein Land beieinanderzuhalten, den Mut nicht zu verlieren, den Menschen den Mut zu geben.“ Er fürchte aber zunehmend um die Sicherheit Selenskyjs, so Gabriel: „Ich hoffe, dass es ihm nicht so geht, wie vielen, die am Ende eines langen Krieges den Mut zum Frieden hatten.“ Es gebe „schlimme Beispiele dafür, dass die, die den Frieden gemacht haben, es nicht lange überlebt haben: Das war in der Weimarer Republik so mit Walther Rathenau (†1922), das war so mit Jitzchak Rabin († 1995) in Israel oder Anwar al-Sadat († 1981) in Ägypten. Um politisch auf die Weltbühne zurückzukehren, fordert Gabriel von der Bundesregierung, sich mehr auf Deutschlands Stärken zu besinnen: „Ich glaube nicht, dass wir dazu verdammt sind, die Verlierer des 21. Jahrhunderts zu sein“, so Gabriel, „im Gegenteil: Wir sind ein Land, das den Ruf hat, zum Beispiel bei internationalen Krisen seine eigenen Interessen eher zurückzustellen und zu versuchen, im gemeinsamen Wohl aller Lösungen zu finden.“
Author: Hans-Jörg Vehlewald
Published at: 2025-12-29 20:44:09
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