Derweil versorgte man schnell die Wunde des Königs, dessen erstes Anliegen war, sein Volk zu beruhigen: „Gott sei Dank ist es nicht so schlimm, dass ich mich deswegen heute früher ins Bett legen werde.“ So jedenfalls hieß es in einer noch am selben Tag als Flugblatt gedruckten Meldung über den Vorfall, in der jedoch der Ort des Attentats nicht genannt wurde. Die Richter, die ihn während der Folter befragten, interessierten sich jedoch nicht für die Tat selbst, sondern wollten ihn zwingen zu bestätigen, was sie zu wissen glaubten: Die Societas Jesu, also der Jesuitenorden, sei Auftraggeber des Attentats gewesen. Im Verhörprotokoll heißt es: „Hat ausgesagt, die Tat würde seine Höllenpein lindern, er sei sicher, Gott würde ihn härter bestrafen, wenn er das Attentat auf den König nicht begangen hätte, so aber erwarteten ihn mildere Strafen, weil er versucht habe, ihm sein Leben zu nehmen.“ Auf die Frage, wer ihn diese Logik gelehrt habe, antwortete der Häftling: „die Philosophie“.
Author: Sven-Felix Kellerhoff
Published at: 2025-12-27 06:04:27
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