Die FPÖ Wien reagierte schnell und heftig: „Wiener Festwochen unter Milo Rau endgültig zur linksradikalen Polit-Agitation verkommen“, ist der Titel einer Aussendung des Stadtrats Stefan Berger und des FP-Kultursprechers Lukas Brucker: „Rau macht selbst keinen Hehl daraus, dass es ihm nicht um Kunst, sondern um politische Missionierung, Aktivismus und ideologische Kampagnen geht.“ Ihn würden nicht spezielle Passagen aus dem Rau-Interview empören, erklärt Brucker der „Presse“, aber er finde es skandalös, dass die Wiener Festwochen, im Gegensatz etwa zu Konzerthaus und Musikverein, keine Budgetkürzungen erdulden müssen: „Wo die SPÖ ihre Finger drinnen hat, dort wird nicht gespart.“ Auch in dem Interview wollte ich eigentlich versöhnen und sagen, dass bei uns alle Meinungen Platz haben.“ In diesem Sinn seien die Festwochen „wie bisher auch eines der ganz wenigen Festivals, die auch Produktionen aus Israel einladen“. Der FPÖ-Vorwurf der Agitation treffe ihn nicht, sagt Milo Rau: „Ich sehe mich als Kulturveranstalter.“ Sein Festival habe, wie die Kultur überhaupt, zwei Gesichter: einerseits als Kultur im engeren Sinn – da seien die Festwochen „extrem erfolgreich“ –, andererseits als Plattform für Diskurse.
Author: Thomas Kramar
Published at: 2026-01-12 13:22:37
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