Aus dem Mund des Adlatus von Benedikt XVI., von Papst Franziskus wegen vermeintlicher Intrigen verbannt, klingt es weniger wie eine Hommage an den ersten US-Papst denn wie eine Abrechnung mit dem Pontifex aus Buenos Aires, der stilistisch wie mit seinem Fokus auf Armut, Migration und den Globalen Süden eine Ära geprägt hat. Leo agiert inhaltlich indessen im Geiste von Franziskus, wenn er – wie die US-Bischöfe – die Praxis der Deportation in seiner alten Heimat anprangert, wenn er die massive Aufrüstung kritisiert und moniert, dass Krieg „wieder in Mode“ gekommen sei und sich eine „kriegerische Stimmung“ ausbreite. Der 70-Jährige ist bedächtiger, leiser, strukturierter als der spontane und charismatische Franziskus, er gilt als guter Zuhörer, der den Ausgleich sucht zwischen progressivem und konservativem Lager.
Author: Thomas Vieregge
Published at: 2026-01-24 07:35:42
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