Kurfürst Max II. Emanuel: Als Bayern auf dem Weg zur Großmacht war

Kurfürst Max II. Emanuel: Als Bayern auf dem Weg zur Großmacht war


Das Königtum stellte für jedes der vier Fürstenhäuser, die neben den Habsburgern und den drei geistlichen Kurfürsten über die Wahl des Kaisers und damit die Geschicke des Heiligen Römischen Reiches entschieden, ein Sehnsuchtsziel dar, aber während die sächsischen Albertiner durch August den Starken im Jahr 1696 die polnische Krone errungen und die Welfen in Hannover Aussicht auf die englische Thronfolge hatten, lagen Brandenburg-Preußen und Bayern im Wettkampf um den Purpur der Monarchen zurück. Sein Sohn hatte zwar siebzehn Jahre später eine Tochter Leopolds geheiratet und sich im Türkenkrieg bei der Befreiung Wiens, der Belagerung von Budapest und in der Schlacht von Mohács in kaiserlichen Diensten hervorgetan, aber je mehr sich die Aussichten seines ältesten Sohnes auf die spanische Thronfolge verdichteten, desto schwächer wurde seine Loyalität zu den Habsburgern. Die Arbeiten an Schloss Nymphenburg und an der prächtigen neuen Residenz in Schleißheim, die durch die Katastrophe von 1704 unterbrochen worden waren, kamen mithilfe französischer Subsidien wieder in Gang, und während in Nymphenburg das schönste aller bayerischen Barockschlösser entstand, ließ Max Emanuel die aus Geldgründen auf den Hauptbau reduzierte Schleißheimer Anlage mit Gemälden von Rubens, Van Dyck, Jordaens und anderen schmücken, die er als Statthalter in Brüssel erworben hatte.

Author: Andreas Kilb


Published at: 2026-03-01 19:28:21

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