Er bestand aus der „Bravo“, die meine Großtante eingeschmuggelt hatte, dem Rauch der „Marlboro“, den meine westreisende Oma verbreitete, dem schwarz-weißen Rauschen der „Colt Seavers“-Folgen und den Häusern, die hinter der grauen Mauer in Berlin emporragten. Ansonsten ist die Frage zu stellen, ob wir, wenn wir über „die Ostdeutschen“ schreiben, nicht viel zu oft nur jene Hälfte der östlichen Bevölkerung meinen, die AfD, BSW und zuweilen die Linke wählt, und innerhalb dieser Kohorte insbesondere jene Menschen, die in der DDR sozialisiert wurden – und von dieser immer kleiner werdenden Gruppe wiederum jene, die nach 1990 Verletzungen und Benachteiligungen durchlitten und die ihre daraus resultierenden Traumata und Selbstwertprobleme mit Reaktanz kompensieren. Im Epilog schreibt Jana Hensel über das, was sich für die Ostdeutschen, die sie meint, künftig ändern muss, damit es, vielleicht, doch noch etwas werden könnte mit ihnen und der Demokratie: „Ich rede davon, dazugehören zu wollen, ernst genommen und gesehen zu werden.
Author: Martin Debes
Published at: 2026-02-15 12:18:00
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