Der Begriff „Vergangenheitsbewältigung“ nimmt in der deutschen Sprache eine besondere Stellung ein und beschreibt die anhaltende Auseinandersetzung der Nation mit ihrer Geschichte, wobei auch die gebaute Umwelt als aktiver Akteur auftritt, der dieses Gedächtnis prägt und transformiert. Diese Transformationen begannen mit der Räumung des sowjetischen Sektors und setzten sich unter der sozialistischen Agenda der DDR in Ost-Berlin fort, geprägt vom Bau von Plattenbauten, die in den Archivaufnahmen zu sehen sind und teils bis heute bestehen. Sowohl inhaltlich als auch über die Mechanismen des Kinos machen Rosefeldts Werke auf subtile Weise wiederkehrende Muster sichtbar, die in der Gegenwart fortwirken: die Falle alltäglicher Routinen, Versuche, kollektives Gedächtnis auszulöschen und neu zu schreiben, eine anhaltende Finanzkrise sowie der gefährliche Wiederaufstieg faschistischer Tendenzen.
Author: Yvonne Junginger
Published at: 2026-02-15 11:07:23
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