Iran-Flaggen auf Palästina-Demos: Über die Probleme linken Lagerdenkens

Iran-Flaggen auf Palästina-Demos: Über die Probleme linken Lagerdenkens


Häufig aber gelten die Kämpfe und damit die Leben der Menschen unter repressiven Regimen wie in der Islamischen Republik im Iran, in Syrien unter Assad oder in Kurdistan nicht als politische Priorität, weil sie sich nicht in erster Linie gegen den vermeintlichen „Hauptfeind“ (westlichen Imperialismus) richten.Wo ein Regime als Teil des „antiimperialistischen“ Lagers gilt, wird Kritik an seiner Gewalt zweitrangig oder sogar verdächtig. So funktioniert die kampistische Denkweise: Sie stellt nicht die Verteidigung des Lebens in den Mittelpunkt, sondern die Entscheidung, durch wen Menschen sterben sollen – durch Krieg oder durch den eigenen Staat.Eines der Kernprobleme liegt in der Annahme, dass westlicher Imperialismus und autoritäre Regime wie die Islamische Republik zwei gegensätzliche Kräfte ohne gemeinsame Interessen seien, eine Annahme, die diese Regime selbst seit über vier Jahrzehnten als zentralen Bestandteil ihrer politischen Propaganda verbreiten. Zeug*innen reisten aus der ganzen Welt an, um auszusagen.Doch kurz nach dem Urteil wurde er im Rahmen eines politischen Deals wieder in den Iran überstellt.Israelische Flaggen, iranische FlaggenDiese Beispiele zeigen: Das Feindschema Ost-West greift auch für die Analyse des Imperialismus zu kurz, da es an der materiellen Analyse der Lebensbedingungen der Menschen scheitert.Und doch wirkt es auch in der Linken stark fort.

Author: Sanaz Azimipour


Published at: 2026-02-10 15:43:00

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