In der Schwebe

In der Schwebe


Unser erster Bundespräsident, Theodor Heuss, fragte 1950 – seine Ansprache lief noch über das Radio, ins Fernsehen kam sie erst 1952 – seine Landsleute: »Der Mensch, in aller Welt ist es so, überschreitet die Jahresgrenze in einer Mischung von rückschauender Sentimentalität und ver­wegenem Optimismus – besitzen wir Unbefangenheit und Kraft, zu solcher Schwebe­lage der Gefühle etwas Eigenes zu sagen?« Mit neuen Plänen und neuem Mut in das neue Jahr zu gehen, während man in Wahrheit einfach nur total müde und kaputt ist vom alten. Über die Jahre haben die Neujahrsansprachen – später hielt sie der Kanzler oder die Kanzlerin und nicht mehr der Bundespräsident – stark an Pathos eingebüßt.

Author: Von Lara Fritzsche


Published at: 2025-12-29 12:00:00

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