Redont zählt die beeindruckenden Aufbrüche der Stadt mit knapp zweihunderttausend Einwohnern, 144 Kilometer nordöstlich von Paris, nicht weit von Belgien, im Herzen der Champagne, auf: Am 7. Mai 1945 kapituliert der deutsche Generaloberst Alfred Jodl im Reimser Hauptquartier des Oberbefehlshabers der alliierten Streitkräfte Dwight D. Eisenhower bedingungslos – der Krieg ist tags darauf zu Ende. In seinem Pamphlet „Rückkehr nach Reims“, in dem Didier Eribon die Provinzialität seiner Heimat geißelt, beschreibt er doch auch mit Entsetzen die Geröllfelder und Mauerfetzen von 1918: „Als habe ein rasender Gott dieses Schmuckstück der Geschichte ausradieren wollen.“ Notre-Dame brannte. „40 Kellereien gab es nach 1945“, erklärt Redont, „heute sind es 4.000.“ Die Stadt floriert, bereits vor 35 Jahren ernannte die UNESCO die Kathedrale zum Weltkulturerbe, nach dem umfangreichen Champagner-Ritterschlag 2015 hatte Reims beschlossen, sich herauszuputzen.
Author: Lenz Koppelstätter
Published at: 2025-12-30 12:35:12
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