"White Snail" ist am interessantesten, wenn der Film seine Figuren zeigt wie Hunde, also so, als würde er nicht wissen, was in ihnen vorgeht, als wären da nur Körper, die in einer Welt leben, die ihnen zusetzt und in der sie sich behaupten müssen. Eine Makroaufnahme zweier Schnecken, die sich gegenseitig befruchten, dient als Metapher für die sich durch die Körperhüllen zwängende Nähe zwischen Masha und Misha, aber zugleich kulminiert in diesem Bild das Leibliche endgültig mit einem sinnlichen Ausbruch aus den gesellschaftlichen Gegebenheiten.Diese Rück- oder Neubesinnung auf Körper in einer Welt, in der die eigene Realität beständig mit einer Wahrnehmung globaler Zusammenhänge kollidiert, wurde von Daisy Hildyard in ihrem Buch "The Second Body" hinlänglich beschrieben. Sowohl in den weißen Räumen, in denen die ehrgeizigen Models für ihrer Karriere trainieren, als auch in den düsteren Leichenhallen, in denen die Toten angezogen und geschminkt werden, geht es um eine Körperlichkeit, die das Menschliche verdeckt.
Published at: 2026-01-28 08:23:04
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