Hohe theologische Dichte im neuen Lepanto-Almanach

Hohe theologische Dichte im neuen Lepanto-Almanach


An Sätzen wie diesem bleibt das Auge des Lesers unwillkürlich hängen: „Angesichts dieses fatalen demokratischen Progresses zum Durchschnittlichen, Mittelmäßigen und Gesichtslosen sei es geradewegs Rußlands heilige Pflicht – so Leontjew –, sich darüber Gedanken zu machen, ob es sich künftig Europas Kosmopolitismus demütig unterwerfen oder an seiner ursprünglichen Eigenständigkeit festhalten wolle.“ Wer dächte hier nicht an den Krieg in der und um die Ukraine, den das offizielle Russland, nicht selten in propagandistischer Absicht, häufig in den Kontext einer solchen epochalen Entscheidungsfrage rückt? So sei auch aus Beate Broßmanns Aufsatz über Frank Kafka nur dieser eine bemerkenswerte Satz zitiert: „Der deutsche Schriftsteller in Prag hat seine jüdische Identität mit seiner individuell-psychischen amalgamiert.“ Es geht der Autorin dabei um die Suche dieses Schriftstellers, der in seiner überragenden Bedeutung immer um die letzte Gewissheit, das Unzerstörbare, rang – und auf dieser Suche letztlich scheiterte. Felix Hornstein schreibt über die Aktualität der Novelle „Die Letzte am Schafott“, Ruth Wahlser über die Erzählung „Die Opferflamme“ und Gerhard Ringshausen über die Bedeutung von le Forts für den Widerstand im Dritten Reich, die er als eine „doppelte“ beschreibt.

Author: CNA Deutsch


Published at: 2026-02-07 08:00:00

Still want to read the full version? Full article