Hip-Hop | Beat der Freiheit: Wie Hip-Hop zum Herzschlag des iranischen Widerstands wird

Hip-Hop | Beat der Freiheit: Wie Hip-Hop zum Herzschlag des iranischen Widerstands wird


In den 1980ern, während des ersten „Golden Age of Hip-Hop“, war das Land noch zerrissen zwischen dem Krieg mit dem Irak von 1980 bis 1988, der eine ganze Generation junger Männer tötete, traumatisierte oder zur Flucht trieb, und innenpolitischen Herausforderungen wie der wirtschaftlichen Notlage aufgrund des langen Krieges und der Massenhinrichtungen politischer Gefangener.Doch Popkultur fand trotzdem ihren Weg in das Land, wie es der Filmemacher Omid Mirnour in seiner 2024 für das Hip-Hop-Magazin 16 Bars produzierten Dokumentation Rap & Revolution Iran darstellt. Er wurde mehrmals verhaftet, teils aufgrund von Drogendelikten, verließ das Land und wurde 2023 von der türkischen Regierung an den Iran übergeben, wo er letztes Jahr wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt wurde.Auch wenn der Fall Tataloo gerade aufgrund seiner einstigen Verbindungen zum Regime und der Vorwürfe von Drogen- und Sexualdelikten komplexer ist, ist der Vorwurf der Blasphemie mittlerweile zum beliebten Mittel geworden, um gegen politische Gegner und insbesondere seit den Protesten 2022 eben auch gegen politische Rapper:innen vorzugehen.Politischer Rap ist gefährlich – für Staat und Künstler:innenDer bekannteste Fall ist der von Toomaj Salehi, der im Laufe seiner Karriere aufgrund seiner politischen Texte nicht nur keine Erlaubnis erhielt, sondern aktiv mit Verboten belegt wurde. Auch er wurde, wie Toomaj Salehi, auf internationalen Druck hin freigelassen – und konnte nach Berlin ausreisen.Mittlerweile lebt ein großer Teil der iranischen Rap-Szene im Ausland, vor allem auch weibliche und genderqueere Künstler:innen wie Justina, bürgerlich Farima Habashizadehasl, eine der ersten weiblichen Rapperinnen des Irans, die in Schweden lebt, oder 021g, von der nur ihr Vorname Gandom bekannt ist, in London.

Author: Aida Baghernejad


Published at: 2026-01-31 03:00:00

Still want to read the full version? Full article