Geschichte der Monroe-Doktrin: Amerika den US-Amerikanern!

Geschichte der Monroe-Doktrin: Amerika den US-Amerikanern!


War sie immer wieder totgesagt worden, hat sie Donald Trump als „Donroe-Doktrin“ wiederbelebt und mit ihr zugleich den Anspruch der USA auf Vorherrschaft in der „westlichen Hemisphäre“: Seit dem amerikanischen Angriff auf Venezuela Anfang Januar 2026 und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro ist sie in aller Munde. Die Geburtsstunde der Monroe-Doktrin wird für gewöhnlich auf die Rede zur Lage der Nation des fünften Präsidenten der USA vom 2. Dezember 1823 zurückgeführt: Darin untersagte James Monroe jegliche imperiale Einmischung der europäischen Großmächte in die inneren Angelegenheiten des amerikanischen Doppelkontinents. Dabei waren es gerade lateinamerikanische Politiker, Diplomaten und Juristen wie etwa Luis María Drago oder Alejandro Alvarez, die im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert an dieser antiimperialen Tradition der Monroe-Doktrin als panamerikanischem Projekt festhielten und durchaus mit handfesten Erfolgen: Der argentinische Außenminister Drago entwickelte die Monroe-Doktrin zu einem Verbot des militärischen Eintreibens von Schulden weiter, das 1907 auf der Zweiten Haager Friedenskonferenz beschlossen wurde (Drago-Porter-Konvention).

Author: Hendrik Simon


Published at: 2026-02-21 19:20:51

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