Aber die europäischen Kolonialtruppen hätten die Entgrenzung nicht erfunden, sondern vorgefunden, und Kolonialkriegserfahrungen seien – entgegen postkolonialer Kritik – keineswegs die Ursache für die spätere, entgrenzte Gewalt im Europa des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen. Aus der Geschichte leitet er ab, dass Menschen immer wieder Kriege führen, daraus Vorteile ziehen, und typisiert die Gründe: um Staaten zu bilden oder zu erweitern oder sie im Inneren revolutionär zu verändern. Imperien weist er eine eigene Rolle zu, die noch erschreckender ist: „Kein Imperium ohne Krieg, keine Auflösung von Imperien ohne Krieg.“ Wenn man das mit Langewiesches nüchternem Blick auf die imperialen Akteure der Moderne kombiniert, versteht man besser, warum sich sowohl Russland als auch die USA mit Kriegsvölkerrecht und Völkerstrafrecht schwertun.
Author: Miloš Vec
Published at: 2026-01-25 21:06:51
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