Für die junge Molekularmedizinerin, die vor zehn Jahren nur mit einem Koffer und einem Laptop aus dem Iran floh, heißt das: die Proteste gegen das Regime in ihrer neuen Heimat Bonn zu organisieren und lautstark ihre Stimme zu erheben. Einen Tag später wacht sie nach einer schlaflosen Nacht mit Schüttelfrost auf - es geht ihr wie vielen Exil-Iranerinnen und -Iranern, die angesichts der hemmungslosen Brutalität des Regimes gegen die Proteste mit Tausenden Toten nicht nur seelisch, sondern auch körperlich an ihre Grenzen stoßen. Armut, Perspektivlosigkeit und Unterdrückung treibe die Menschen auf die Straße, die Iraner und Iranerinnen könnten schlichtweg nicht mehr - das unterscheide den aktuellen Protest von den vielen Demonstrationen in der Vergangenheit.
Author: Oliver Pieper
Published at: 2026-01-15 19:09:00
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