Europas Sicherheit: Eine europäischere NATO unter britischer Führung?

Europas Sicherheit: Eine europäischere NATO unter britischer Führung?


Ein Strategiepapier des britischen Militärforschungsinstituts RUSI (Royal United Services Institute) sieht die Euro-Atlantische Sicherheitsarchitektur in „der akutesten Krise“ seit ihrem Entstehen am Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren und zählt als Gründe dafür außer der ruchlosen russischen Aggression und der amerikanischen moralischen Indolenz auch den Machtzuwachs Chinas auf und die wachsende – durch den Erfolg populistischer Parteien verursachte – Instabilität Europas. Hier urteilen die beiden Autoren der RUSI-Studie, Ed Arnold und Darya Dolzikova, ein Zusammenwirken der bestehenden Kooperationsformate „E3“, also Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands, und „Weimarer Dreieck“ in Gestalt von Deutschland, Frankreich und Polen könnte „die stärkste Vierergruppe europäischer Mächte entwickeln, die eine starke Führungskraft entwickeln und eine Brücke zwischen Nato und EU bilden“ könne. Zu ihnen zählen die Autoren die mittlerweile rasch wachsenden Verteidigungsbudgets in den europäischen Ländern und die angestoßene Debatte über europäische Komponenten nuklearer Abschreckung, auch wenn die entsprechenden britischen und französischen Fähigkeiten eingeschränkt bleiben – die britischen wegen ihrer technologischen Abhängigkeit von amerikanischen Produzenten, die französischen wegen ihres nationalen Vorbehalts, der sie der Verfügung der NATO entzieht.

Author: Johannes Leithäuser, London


Published at: 2025-12-24 17:14:28

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