Erzählen gegen die Gewalt

Erzählen gegen die Gewalt


Beziehungen sind es auch, um die der neue Roman gebaut ist: vor allem die zwischen der titelgebenden Schriftstellerin Iris und Anton, dem Künstler, der eine der wichtigsten Bezugspersonen der Hauptfigur ist. Dass das Leben, darunter das Wohnen, zunehmend teurer wird, der Wert der Geisteswissenschaften, der Kunst, zunehmend abnimmt, das physische, analoge Leben mehr und mehr an Bedeutung einbüßt, insgesamt also eine Prekarisierung der Verhältnisse stattfindet: All das erzählt Freudenthaler nicht etwa erzieherisch, sondern wie nebenbei, als ein bedrohliches Hintergrundrauschen. Es ist kein triumphales Erzählen, das Iris betreibt, es ist vielmehr ein tastendes, ein suchendes, eines, das sich an der Mündlichkeit des Erzählens orientiert, das in Freudenthalers Werk in besonderem Maße relevant ist.

Author: ORF.at


Published at: 2026-03-01 19:21:52

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