Er habe sich „verhaspelt“, schrieb Handke im Magazin „Focus“, „wobei herauskam, die Serben seien noch größere Opfer als die Juden.“ Und wie gesagt, davon distanzierte er sich dann verschwurbelt, aber nicht ohne die Serben auf der Opfer-Skala gleich hinter die Juden auf den zweiten Platz zu manövrieren: „Die Juden sind außer Kategorie. Nun ja, vielleicht deshalb, da es schon kurz darauf fröhlich weiterging mit der Holocaust-Relativierung, etwa in Handkes österreichischem Hausblatt „News“ – wir nehmen mal an, nicht Teil der Kabale der „Journalistenratten“ bei den seriösen Zeitungen –, in dem er sich über den Nato-Einsatz gegen die serbischen Kriegsverbrecher in Rage redete: „Die Antiserben sind für mich auf andere Weise genauso übel und unerträglich wie die Antisemiten in ihrer schlimmsten Zeit.“ Und welche war das nochmal, die schlimmste Zeit der Antisemiten? Ein Mönch im Kloster Studeniza habe zu ihm gesagt: „Das ist wie die Ustascha im Zweiten Weltkrieg, als sie die Juden und die Serben ermordet haben.“ In einem fort konstruiert er eine Äquivalenz des Leides der Serben mit jenem der Opfer der Nationalsozialisten, vor allem also der Juden.
Author: Alexander Schimmelbusch
Published at: 2026-01-20 15:02:42
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