Eines Tages war die Amerikanerin offenbar denunziert worden, denn als die Gestapo sie abholte, schnauzte einer der Männer sie an: „Wegen deiner jüdischen Freunde steht dein Name auf der schwarzen Liste.“ Als Händlerin von englischsprachigen Büchern und damit von Werken, die die Zensoren der Besatzungsmacht nur schwer kontrollieren konnten, war sie ohnehin besonders verdächtig, antinazistische Publikationen zu verbreiten. 1902, als Sylvia gerade fünfzehn Jahre alt war, zogen die Beachs nach Paris, nachdem man Sylvester Beach beauftragt hatte, für die Amerikanische Kirche in Paris die Students Atelier Reunions zu betreuen – Zusammenkünfte, die dazu gedacht waren, Amerikaner in der Ferne Heimatluft schnuppern zu lassen. Nachdem sie mit ihrer Familie 1905 in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt war und 1914 einige Monate in Spanien verbracht hatte, reiste sie 1916, mitten im Krieg, wegen des Sprach- und Literaturstudiums zurück in die Stadt, die sie als Teenager verlassen hatte.
Author: Uwe Neumahr
Published at: 2026-02-21 09:00:36
Still want to read the full version? Full article