Der Nobelpreisträger, die Mütter und der unseriöse AfD-Vorwurf

Der Nobelpreisträger, die Mütter und der unseriöse AfD-Vorwurf


In „Erzählte Welt“, seiner kürzlich erschienenen, sehr lesenswerten „Literaturgeschichte der Gegenwart, 1989 bis heute“ (Rowohlt) macht der Berliner Germanist Steffen Martus darauf aufmerksam, dass die „rund vierhundertsiebzig Seiten“, die die Handke-Werkausgabe den Jugoslawien-Aufsätzen (Texte von 1991 bis 2011) widmet, „im Blick bleiben“ müssen. Pohrt war die „antideutsche“ Warnung im selben Maße wichtiger als die Toten und Vergewaltigten von Vukovar, wie es Handke in der „Winterlichen Reise“ zwar erklärtermaßen auch um die „bösen Fakten“ ging, das „Poetische“, das er für etwas Verbindendes hielt, aber im Vordergrund stand. Wie einseitig Schimmelbusch sie nun zusammenfasst, sollte man gegen Aguigahs ausgewogene Darstellung stellen: Schimmelbusch 2026: „Einem amerikanischen Reporter, der ihn um eine Klarstellung seiner Haltung zu Srebrenica gebeten hatte, gab Handke die pubertäre Höhö-Antwort, ihm sei Toilettenpapier mit einer „Kalligraphie der Scheiße“ darauf lieber als ‚solche leeren und ignoranten Fragen.‘“ Aguigah 1999: „Eine „Kalligrafie aus Scheiße“ – oder, im Original in österreichischem Englisch: „a calligraphy of shit“ habe er kürzlich per Post bekommen, so erzählt Peter Handke bei der Pressekonferenz der Nobelpreisträger in Stockholm.

Author: Mladen Gladić


Published at: 2026-01-18 12:53:55

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