Den Problemhaufen in überschaubare Teile zerlegen [premium]

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Der Iran-Krieg scheint die fragil gewordene Weltordnung nun ausgerechnet an jenen Sollbruchstellen einem weiteren Belastungstest zu unterziehen, die durch die Krisenkaskade der 2020er ohnehin schon überklar zu Tage getreten sind: zwischen Demokratien und Diktaturen; zwischen Verfechtern der alten und einer neuen Weltordnung; zwischen jenen, die sich in ihren Interessen nicht durch Völkerrecht und Staatsgrenzen beschränken lassen wollen, und denen, die aus gutem Grunde auf beides pochen; zwischen – und es ist immer noch ungewohnt, das so hinzuschreiben – Europa und den USA; und – mehr denn je – zwischen christlich-jüdisch geprägten und muslimischen Gesellschaften. Da wird schnell klar, dass weder die personelle Besetzung des Kreml noch des Weißen Hauses in heimischer Hand liegt und auch zum Entkorken der Meerenge von Hormus die Donaudampfschifffahrt eher wenig wird beitragen können. Statt nämlich die Lage Österreichs in der Welt zu analysieren, neue Bündnisoptionen zu prüfen und die Bestellung militärischen Geräts auf die gewählte Strategie abzustimmen, streitet der Finanzminister mit der Verteidigungsministerin ums Geld für Jets.

Author: Florian Asamer


Published at: 2026-04-04 17:34:54

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