Berlinale-Streit: Jedes Werk ein Schlachtfeld

Berlinale-Streit: Jedes Werk ein Schlachtfeld


Klein, fast winzig, waren die Protestnoten, die über Nacht in Treppenhäusern, Aufzügen und Ausstellungswänden ausgehängt wurden: Der westliche Kunstbetrieb, war darauf zu lesen, sei wie eine Seifenoper, wie eine Telenovela – stumpfsinnig, nichtssagend, banal. Kunst als leere Dissidenz, als Narrenschminke auf der Fratze der Macht: Als vor vier Jahren das indonesische Kuratorenteam Ruangrupa diese Protestnoten im Rahmen der Documenta 15 verteilte, traf sie mit ihrer Kritik einen wunden Punkt. Heute, so scheint es, ist der Vorwurf hinfällig, die Weltlage hat sich einschneidend geändert, und damit auch die Produktionsbedingungen der Kunst.

Author: DIE ZEIT: Feuilleton - Thomas Assheuer


Published at: 2026-02-21 14:05:58

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