Weder vor der Abweisung Asylsuchender an der deutschen Grenze, noch vor der Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte oder Abschiebungen in Länder wie Syrien und Afghanistan schreckte Migrations-Hardliner Dobrindt bisher zurück.Und während Asylsuchende so zunehmend zum Sicherheitsrisiko und Kostenfaktor erklärt werden, schielt die schwarz-rote Bundesregierung sehnsüchtig darauf, die Arbeitskraft schutzsuchender Menschen noch effektiver auszunutzen. Wer verwertbar ist, darf bleiben, wer nicht, muss gehen – so der Tenor dieser Gesetze.Warum die Lockerung des Beschäftigungsverbots für Asylsuchende richtig ist – aber die Wirkung unklarObwohl es auch Dobrindt wohl eher darum geht, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und Sozialausgaben zu senken, als das Leben Asylsuchender angenehmer zu gestalten, ist die Begrenzung von Beschäftigungsverboten an sich längst überfällig. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die psychische und körperliche Gesundheit Geflüchteter aus, sondern lässt langfristig auch die Sozialausgaben steigen, weil der Einstieg in den Arbeitsmarkt verlangsamt wird, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung warnt.Kontraproduktiv dürfte auch sein, dass Beschäftigungsverbote nicht ganz aufgehoben, sondern lediglich auf drei Monate begrenzt werden.
Author: Joscha Frahm
Published at: 2026-02-24 15:00:00
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