Antisemitismus am Wiener Hof [premium]

Antisemitismus am Wiener Hof [premium]


Diesmal begibt sich der Schriftsteller zwar auf historische Spurensuche, leuchtet jedoch die politischen Facetten des 17. Jahrhunderts schonungslos aus, etwa die despotischen Elemente der Habsburgermonarchie, das Ausmaß von Judenhass und Antisemitismus sowie die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Zwar ruht der Fokus zu Beginn auf der Wiener Hofburg und der eben in der Stadt angekommenen neuen Kaiserin Margarita Teresa von Spanien – von ihrem Gatten Leopold I. wird sie schlicht Gretl genannt (sie sagt zu ihm Onkel, was er auch ist) –, doch erweitert sich der Radius und es entwickelt sich eine schlüssige Verbindungslinie zum Unteren Werd. Sie werde nicht die erste und nicht die letzte sein, die Juden und Jüdinnen die Schuld gibt, so ein Protagonist, doch Pedro warnt: „Irgendjemand ist keine Kaiserin, und eine Kaiserin ist nicht irgendjemand, und nicht irgendjemand hat die Macht, die Wiener Juden aus dem Land zu vertreiben, sondern die Kaiserin.“ Diesbezüglich wirkt die Betreffende erfolgreich auf Leopold I. ein.

Author: Ursula Ebel


Published at: 2026-04-03 12:14:51

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