Ich denke an die Tintenflecken, an von der noch ungewohnten Schreibhaltung verkrampfte Zeige- und Mittelfinger und an die Handkante, mit der man das Geschriebene verschmierte. Im Nachhinein wirkt es wie eines dieser psychologischen Experimente, bei denen man Kindern verschiedenfarbige Leibchen anzieht, die Blauen gegen die Grünen antreten lässt und schauen kann, wie sich in Rekordzeit so ein Ingroup- und Outgroup-Verständnis formt, in dem man sich eine Million Gründe erfindet, warum die eigene Gruppe in jedem Fall schöner, schlauer und besser ist und die andere irgendwie komisch und doof. Das intensivierte sich mit dem Schulschreibfederhalter Pelikano, der in den 60er Jahren auf den Markt kam – und schon deshalb in den Schulen als Sensation galt, weil er eben mit Patronen funktionierte und damit das Umwerfen der Tintenfässchen entfiel.
Author: Nadine Conti
Published at: 2026-01-19 10:39:00
Still want to read the full version? Full article