36 Sprengungen nötig: Dieser Weltkriegsbunker trotzte dem Abriss

36 Sprengungen nötig: Dieser Weltkriegsbunker trotzte dem Abriss


Einer der verfallenen Betonkolosse, der in Berlin Jahrzehnte lang vor sich hin rottete und an die Schrecken von Krieg und Gewaltherrschaft mahnte, bis er einem Neubauprojekt im Weg stand, war der Flachbunker in der Treskowstraße. Der Bunker war mit der Stirnseite an der Straßenflucht der Treskowstraße ausgerichtet und für die Bewohner der angrenzenden Kleingartenanlagen und Arbeiter der Industriebetriebe bei Fliegeralarm fußläufig zu erreichen. Fast zwei Jahrzehnte lang stand der Bunker an der Treskowstraße leer – eine aus der Zeit gefallene geisterhafte Kriegsruine, in deren Innerem die meiste Zeit vollkommene Finsternis herrschte, wenn sich nicht gerade für eine Inspektion die schweren Schutztüren öffneten, ein Lichteinfall die Kammerzellen ins gespenstische Halbdunkel tauchte und die phosphoreszierenden Wandinschriften aus der Nazizeit, die im verwaisten Bunker weiterhin zur Ruhe und Ordnung mahnten, zum Nachglimmen brachte.

Author: Kerstin Heinrich


Published at: 2026-02-11 12:10:09

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